Berlin, Berlin (nach Beth Harts „L.A. Song“)

Sie hängt am Marktplatz rum
ist das Mädchen von hier
mit den Narben von hier
sie hat so viel getrunken
dass es die Flasche schmerzt
und sie hat es versucht
hat es versucht
aber nichts ist gut
in einer Bar voller Fliegen
deshalb nimmt sie es sich
sie nimmt es
und sie weiß, was das heißt
wenn sie sich hingibt
und sie sagt

Mann, ich muss raus aus dieser Stadt
Mann, ich muss weg von diesem Schmerz
Mann, ich muss raus aus diesem Rad
raus aus der Stadt und raus aus Berlin

Sie hat eine Waffe
die sie Glückskind nennt
Auf ihrem A.B. hört man:
Hinterlassen Sie keine Nachricht
denn hier ist kein Zuhause
Sie hat solange geweint
bis keine Tränen mehr kamen
und dann hat sie gelacht
sie hat gelacht
weil sie wusste
dass sie nie zurückkommt
und sie sagt

Mann, ich muss raus aus dieser Stadt
Mann, ich muss weg von diesem Schmerz
Mann, ich muss raus aus diesem Rad
raus aus der Stadt und raus aus Berlin

Das ist alles, was sie liebt
Das ist alles, was sie hasst
und es ist zu viel, um es zu ertragen
sie kann nicht wissen
wann das aufhört
oder wo das gute Leben anfängt
Also nahm sie den Zug
sie nahm den Zug
in eine kleine namenlose Stadt
Sie traf einen Mann
der sie aufgenommen hat
und ihr dann die gleiche Scheiße aufgetischt hat
Er log wie ein Autoverkäufer
der einen Trabi loswerden will
und sie schrie
Das ist ein anderer Ort
aber wieder die selbe Sache
Das ist alles, was ich liebe
Das ist alles, was ich hasse
Und ich kann nicht wissen
wann das aufhört
und wo das gute Leben anfängt
und sie sagt

Mann, ich muss raus aus dieser Stadt
ich muss wieder einen Zug nehmen
Mann, ich muss raus aus dieser Stadt
ich bin weg von diesem Schmerz
ich will zurück in das Rad
ich geh zurück nach Berlin

Veröffentlicht in: Lyrik